Pflicht für viele Immobilien­besitzer

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt Energieausweise zur Bewertung des energetischen Zustands von Gebäuden vor. Daher brauchen Eigentümer neu zu errichtender Gebäude zwingend einen Energieausweis. Bei Bestandsobjekten benötigt jeder einen Energieausweis, der sein Haus oder seine Wohnung verkaufen, vermieten oder verpachten will. Für denkmalgeschützte Häuser und Gebäude mit weniger als 50 Quadratmetern Nutzfläche ist kein Energieausweis erforderlich.

Wer in seinem eigenen Haus wohnt und es nicht vermieten oder verkaufen will, braucht den Ausweis nicht.

Pluspunkte

  • Objektive Informationen über die Energiekosten eines Objektes
  • Bessere Einschätzung von Energiesparpotenzialen möglich
  • Vergleichbarkeit des Energiebedarfs verschiedener Häuser
  • Entscheidungsgrundlage für Baugenehmigungen durch die Behörden

Zwei Varianten: Verbrauchs- und Bedarfsausweis
Der Verbrauchsausweis macht Angaben zur tatsächlich verbrauchten Energiemenge in einer Immobilie. Als Datenquelle dient die Heizkostenabrechnung der letzten drei Jahre.

Der Bedarfsausweis wird von einem Fachmann erstellt. Er enthält neben den Gebäudedaten und Angaben zu Heizsystem, Wasserverbrauch und Emissionen auch Modernisierungsempfehlungen. Anhand einer mehrfarbigen Skala erkennen Sie schnell, ob der Energieverbrauch hoch oder gering ist.

Für Neubauten sowie für Häuser, die vor 1978 gebaut und nicht modernisiert worden sind, muss ein Bedarfsausweis vorhanden sein.

Energieeinsparverordnung (EnEV)
Der Gesetzgeber regelt den zulässigen Energieverbrauch von Immobilien. Dazu werden in der EnEV Obergrenzen für den Energieverbrauch von Neubauten festgelegt und Mindestanforderungen für die Modernisierung von Altbauten definiert. Für jede Sanierung gilt: Die energetische Qualität eines Hauses darf bei keiner Baumaßnahme verschlechtert werden.

Laut EnEV müssen Immobilienbesitzer innerhalb bestimmter Fristen energetische Sanierungsmaßnahmen durchführen. Bei selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern ist das bei einem Eigentümerwechsel notwendig.

Das Einhalten der Energieeinsparverordnung bringt neben dem Schutz der Umwelt auch handfeste Vorteile für Immobilienbesitzer. Senkt eine Baumaßnahme den Primärenergieverbrauch einer Immobilie, schlägt sich dies nicht nur im Energieausweis und dem Wiederverkaufswert positiv nieder, sondern auch in einer Senkung der laufenden Kosten der Immobilie. So amortisieren sich energetische Investitionen schnell.